3D-Drucker können bereits 21 verschiedene Materialien drucken

3D-Drucker können bereits 21 verschiedene Materialien drucken

Drucktechniken haben seit jeher das Leben der Menschheit verändert und verbessert. Der Digitaldruck brachte das Thema direkt in jeden einzelnen Haushalt, nun steht die nächste Revolution der Drucktechnik bevor. 3D-Drucker leisten bereits heute erstaunliches und das sogar zu einem günstigen Preis. Die billigsten Geräte beginnen bereits bei einem Einstiegswert von € 200, selbst die amerikanische Weltraumbehörde NASA hat mit diesen Geräten bereits erfolgreich experimentiert. Die Möglichkeiten, die der 3D-Druck bietet, wachsen im Monatsrhythmus an. Nun hat das US-amerikanische Unternehmen Exone Compan, ein Hersteller von 3D-Druckern, 15 neue Materialien für den 3D-Druck qualifiziert. Die Gesamtanzahl der Materialien steigt damit auf 21.

Zu dem Warenkorb gehören nun zehn Legierungen, sechs Keramiken und fünf Verbundmaterialien. Darüber hinaus hat die Firma in kontrollierten Forschungs- und Entwicklungsumgebungen 24 weitere Pulver für den 3D-Druck qualifiziert. Darunter befinden sich unter anderem Aluminium und Inconel 718. In einem komplexen Vorgang werden die Koordinierung von Materialien, Maschinen und Prozessen optimiert und so ein neues Druckmaterial identifiziert. Die Möglichkeiten wachsen also weiterhin rasant an. Die Binder-Jetting-Technologie des Unternehmens verwandelt dabei bei hoher Geschwindigkeit Pulver in dichte und funktionelle Präzisionsteile. Das zu druckende Objekt wird Schicht für Schicht aufgebaut.

Effizient und nachhaltig

Exon wird in seiner Arbeit von einer Vielzahl an prominenten Institutionen unterstützt. Dazu zählen nicht nur die amerikanische Weltraumbehörde NASA, sondern auch die University of Texas at El Paso, das US-Energieministerium und die US-Armee. Sie alle profitieren in weiterer Folge von den technischen Entwicklungen und haben für ihren 3D-Druck noch mehr Materialien zur Verfügung. Bei dem Verfahren fallen so gut wie keine Abfälle mehr an, das macht diese Form des 3D-Drucks besonders effizient und nachhaltig. Exone Compan selbst sieht in der Verwendung von Materialien wie Aluminium große Möglichkeiten auf die Weltraum-, Kfz- und Luftfahrtindustrie zukommen. Die Herstellung von Flugzeug- und Autoteilen könnte so deutlich beschleunigt und optimiert werden, zeigen sich Unternehmenssprecher überzeugt von ihrer Innovation.

Effizient und nachhaltig

Medikamente aus dem 3D-Drucker

Mit welcher Geschwindigkeit der 3D-Druck die verschiedensten Bereiche der Fertigung aufmischt, zeigt ein anderes Beispiel. Schon heute sind zahlreiche Medikamente, die mittels einem 3D-Druck-Verfahren hergestellt wurden, am Markt erhältlich. Das Epilepsie-Medikament Spritam der Firma Aprecia Pharmaceuticals war das erste seiner Art, viele weitere werden im Laufe der Zeit noch folgen. Das Herstellungsverfahren wurde gemeinsam mit der University of Massachusetts entwickelt. Auch dabei trägt der 3D-Drucker das Pulver mit dem enthaltenen Wirkstoff Schicht um Schicht auf, bis die Pille fertig ist.

Das Verfahren könnte die Herstellung von Medikamenten auf ein neues Level heben. Schließlich ist die traditionelle Fertigung teuer und aufwendig. Obwohl es sich um Massenprodukte handelt, ist eine Individualisierung derzeit nur sehr schwer möglich. Das könnte sich mit dem Einsatz von 3D-Druckern dramatisch verändern. Dann kann man bereits in der Herstellung auf spezielle Anforderungen eingehen und das Medikament den Bedürfnissen des Patienten noch besser anpassen. Doch bevor es so weit ist, sind jede Menge Hausarbeiten zu erledigen. Noch fehlen die rechtlichen Vorgaben für die Qualitätskontrolle und die Zulassungsverfahren. Doch ist das erst einmal erledigt, könnte der 3D-Druck die nächste Revolution in der Medizin auslösen.