Der 3D-Druck im täglichen Leben

Der 3D-Druck im täglichen Leben

In der HBO-Serie Westworld kann man seit einigen Jahren eine erschreckende Zukunftsvision bewundern. 3D-Drucker haben künstliche Menschen erschaffen, die ihren Vorbildern bis aufs Haar gleichen und deren Charaktereigenschaften auf Wunsch angepasst werden können. Diese Entwicklung ist zwar noch nicht absehbar, doch die Leistungsfähigkeit von 3D-Druckern ist auch heute schon erstaunlich. Kein Wunder also, dass sich die kleinen Wunderwerke bereits ihren Platz im täglichen Leben erkämpft haben.

Längst werden die 3D-Drucker nicht nur für die additive Fertigung in der Industrie, sondern auch für die Herstellung ganz simpler Dinge verwendet. Dazu zählen beispielsweise Spielzeuge. Die Firma TinkerToys aus Magdeburg bietet ihren Kunden die Möglichkeit sich ein vollständig individualisiertes Spielzeug zu bestellen. Wer selbst zu Hause einen 3D-Drucker hat, kann sich die Bauteile anhand der mitgelieferten Vorlagen selbst drucken lassen. Wer das nicht möchte, bekommt die Teile geliefert. Damit sich möglichst viele Kunden für den 3D-Druck begeistern, kann man in diesem Unternehmen auch gleich Workshops buchen und die wunderbare neue Welt erforschen.

Die Medizin wartet nur darauf

Wie Medien ausführlich berichteten, haben Forscher an der kalifornischen Universität Berkeley vor einigen Monaten einen neuartigen 3D-Drucker entwickelt. Dieser kann in nur wenigen Minuten eine geleeartige Substanz in Objekte nach Wunsch verwandeln. Das könnte in Zukunft die Basis für den Druck menschlicher Organe werden. Ein erster Schritt dazu ist Forschern erst vor kurzem gelungen. Das oben beschriebene Verfahren, das Laserlicht einsetzt, wurde in der Schweiz weiterentwickelt. Forscher rund um Paul Delrot von der ETH Lausanne können damit angeblich menschliche Arterien drucken.

Filigran und präzise

Der Unterschied zu den herkömmlichen Druckverfahren ist dramatisch. Baute ein 3D-Drucker bisher Schicht um Schicht des gewünschten Objekts auf, so

wird bei dem neuen Verfahren das Objekt als Ganzes mithilfe von Laserstrahlen aus einem Gel hergestellt und ausgehärtet. Das ist bei weichen Objekten ein enormer Vorteil und könnte die Medizin revolutionieren. Diese neuartigen Objekte können zudem in steriler Umgebung hergestellt werden. Das ist eine Herstellungsform, die für die Medizin unabdingbar ist. Derzeit lassen sich so Objekte von einer Größe von bis zu zwei Zentimetern drucken. Die Forscher sind aber sicher, dass eine Länge von 15 Zentimetern demnächst machbar sein wird. Traditionelle Druckverfahren erreichen derzeit eine Präzision von 300 Mikrometern, auch hier ist der neue Ansatz dramatisch besser. Er erreicht eine Präzision von nur 80 Mikrometern, das entspricht in etwa dem Durchmesser eines menschlichen Haars. Handelt es sich um ein vergleichsweise einfaches Objekt, wie beispielsweise ein Boot, so ist dieses innerhalb einer Zeitspanne von nur 30 Sekunden fertig.

Filigran und präzise
Filigran und präzise

Dinosaurier und Schokolade aus dem 3D-Drucker

Selbst Museen haben die revolutionäre 3D-Drucktechnik bereits für sich entdeckt. So sind zahlreiche Skelette von Dinosauriern nicht immer vollständig erhalten. Doch das stellt mittlerweile kein Problem mehr dar. Die fehlenden Teile des Skeletts werden einfach neu gedruckt und das Objekt damit ergänzt und vervollständigt. Einen ganz anderen praktischen Nutzen hat der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut aus dem Druckverfahren gezogen. Er bietet ab sofort Schokolade aus dem 3D-Drucker an. Auftraggeber, wie die Patissiers, können vorab das Design, Größe und Form bekannt geben und erhalten die gewünschte Kreation in belgischer Schokolade gedruckt.