Die neue Generation von 3D-Druckern leistet erstaunliches

Die neue Generation von 3D-Druckern leistet erstaunliches

Der 3D-Druck leistet längst erstaunliches. Die Zeiten, in denen einfache Modelle aus Plastik hergestellt wurden, sind lange vorbei. Die Industrie hat den 3D-Drucker als modernes Ersatzteillager und als Werkzeugbauer entdeckt. Zahlreiche Innovationen versetzen die Menschen in Erstaunen. Ob, Auto, Bahn oder Haus, die Einsatzgebiete werden jeden Tag mehr und aufregender.

Siemens zählt zu den Vorzeigekonzernen Deutschlands. Vor rund 25 Jahren seufzte der damalige Siemens Vorstandschef Heinrich von Pierer einmal: „Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß, dann wären unsere Zahlen noch besser.“ Heute beweist der Konzern, dass er auch beim 3D-Druck jede Menge weiß. Das Siemens Mobility RRX Rail Service Center ist auf die Instandhaltung von Bahnen spezialisiert. Dabei setzt die Firma zunehmend 3D-Drucker ein, um für seine Kunden die richtigen Ersatzteile herzustellen. Letzter Abnehmer ist die russische Bahn RZD, die mit 3D-gedruckte Bau- und Ersatzteile bezieht. Dabei kommen zwei neue Stratasys Fortus 450mc 3D-Drucker zum Einsatz. Diese sind bereits an den Lieferorten in St. Petersburg und Moskau installiert. Sie werden mithelfen, in den nächsten 30 Jahren die insgesamt 16 bestehenden und 13 weiter Züge zu warten. Damit bleibt die russische Bahn beileibe nicht die einzige ihrer Art. Auch Eisenbahnen in Deutschland und den Niederlanden setzen verstärkt auf den 3D-Druck zur Unterstützung bei der Herstellung von Ersatzteilen.

Günstige Häuser aus dem 3D-Drucker

Deutlich größere Ambitionen hatte offenbar die Stadtverwaltung von Dubai. Dort wurde vor kurzem das größte Haus der Welt aus dem 3D-Drucker hergestellt. Das Gebäude hat eine Fläche von 641 Quadratmeter auf insgesamt zwei Stockwerken. Das Haus, in das Teile der Stadtverwaltung einziehen werden, soll aber kein Einzelfall bleiben, ganz im Gegenteil. Dubai plant bis zum Jahr 2030 rund ein Viertel seiner Neubauten durch 3D-Drucker herstellen zu lassen. Für den Bau musste der 3D-Drucker von Apis Cor zeitweise an einem Kran befestigt werden. Die „Baufirma“ kommt aus den USA und ist auf die Bereiche 3D-Druck und Bau spezialisiert. Als Material wurde eine spezielle Gips-Art verwendet, das Fundament wurde mit Fertigbetonteilen hergestellt. Der Einsatz dieses neuen Verfahrens soll nicht nur die Kosten deutlich senken, sondern auch den Aufwand reduzieren.

Günstige Häuser aus dem 3D-Drucker
Günstige Häuser aus dem 3D-Drucker

Sportwagen deluxe

Noch einen Schritt weiter geht der US-Autobauer Czinger. Die Firma stellte gerade erst ein Hypercar aus dem 3D-Drucker vor. Der Preis hat es allerdings in sich. Der Flitzer kostet 1,7 Millionen Dollar. Die Öffentlichkeit sollte das Wunderwerk ursprünglich erstmals am Genfer Autosalon zu sehen bekommen. Das Hypercar ist auf 80 Exemplare limitiert und beeindruckt mit seinen technischen Daten. Der 21C setzt auf einen 2,9 Liter Twin-Turbo-V8 Motor, mit dem der Wagen 11.000 U/min erreicht. Ein Großteil der Karosserie wurde mit einem 3D-Drucker hergestellt. Der Antrieb besteht aus einem 2,88 Liter großen Mittelmotor-V8 mit flacher Kurbelwelle, sowie zwei Elektromotoren. In 1,9 Sekunden soll das technische Wunderwerk eine Geschwindigkeit von 100 km/h erreichen, für die Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h benötigt das Hypercar nur 29 Sekunden. Diese beeindruckenden Beispiele beweisen, welches Potenzial in der Technologie des 3D-Drucks verborgen liegt. Sind diese neuen Formen der additiven Fertigung erst einmal zur Serienreife entwickelt, haben sie das Potenzial zu einer disruptiven Technologie in zahlreichen Bereichen der Wirtschaft zu werden.