3D-Druck

Wie wirkt sich 3D-Druck auf die traditionelle Fertigung aus?

Der 3D-Druck galt von Beginn an als disruptive Technologie. Er ist kurz davor die traditionelle Fertigung zu verdrängen. Dauerte es früher seine Zeit bis eine neue Technologie entwickelt, getestet und eingeführt war, so geht dies heute teilweise rasend schnell. Neue technologische Entwicklungen führen nicht mehr zu einem Nebeneinander, sondern zur vollständigen Verdrängung. Der 3D-Druck hat das Potenzial die industrielle Produktion auf den Kopf zu stellen. Längst hat er den Massenmarkt als weiteres Ziel in Angriff genommen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Die Integration von Innovationen in der Industrie folgt nun einem neuen Muster. Zunächst begeistern sich die Nerds für die Erfindung und testen sie auf Herz und Nieren. Steht die Anwendbarkeit erst einmal fest, überrollt die Technologie alle Bereiche des täglichen Lebens wie eine Flutwelle und lässt traditionellen Methoden keinen Platz mehr. Was auf den ersten Blick wie ein Problem klingt, kennen wir aus unserem Alltag bereits seit Jahren. Wer nutzt im Zeitalter von Facebook und Co. schließlich noch Myspace? Eine ähnliche Erfahrung könnten in den nächsten Jahren auch althergebrachte Produktionsmethoden machen. Das Tempo dieser Entwicklung ist schlicht atemberaubend.

Es begann beim Pferd

War das Pferd als Transportmittel und Arbeitstier noch ein jahrhundertelanger Begleiter des Menschen, musste es nach der Erfindung der Autos dann doch weichen. Selbst die Kraftfahrzeuge benötigten noch Jahrzehnte, um den Markt vollständig von sich zu überzeugen und zu erobern. Im Zeitalter der Digitalisierung hat sich die Geschwindigkeit von Innovationen nochmals deutlich erhöht. Wer an der Kraft disrupitver Technologien zweifelt, dem sei der Siegeszug der ursprünglich in Deutschland erfundenen MP3-Dateien ans Herz gelegt.

Als das Fraunhofer Institut das Verfahren zur Digitalisierung von Musik erfand, konnte es nicht ahnen, dass es damit beinahe die ganze Musikindustrie unter sich begraben würde. Heute fristen Compact Discs und Schallplatten ein Nischendasein, die Entwicklung hin zum Streaming der Dateien ist durch nichts mehr aufzuhalten. Die Unternehmen in Deutschland sehen die Entwicklung des 3D-Drucks allerdings nicht als Bedrohung, sondern als große Chance.

Volle Kraft voraus

Fast 15 % setzen diese additive Fertigung bereits ein, noch einmal so viele planen demnächst einzusteigen. Im Mittelpunkt steht dabei die Herstellung von Werkzeugen und Ersatzteilen. Die Möglichkeiten des 3D-Drucks ändern die Wettbewerbsfähigkeit und damit auch die Möglichkeiten schneller und kostengünstiger zu produzieren. Gerade ein Industrieland wie Deutschland kann damit seinen Vorsprung nicht nur halten, sondern weiter ausbauen. Die Technologie bietet zahlreiche Chancen neue Geschäftsmodelle zu entdecken und zum Erfolg zu führen.

3D-Drucker für alle?

Unterdessen dringt der 3D-Druck in immer mehr Bereiche des täglichen Lebens ein. Die Preise sinken, die Drucker werden damit automatisch auch für den Massenmarkt immer interessanter. Die ersten Geräte unter 200 Euro sind längst zu haben und offenbar ihren Preis wert. Selbst die amerikanische Luftfahrtbehörde NASA hat bereits mit Geräten dieser Preisklasse experimentiert und war mit den hergestellten Komponenten zufrieden. Der 3D-Druck steht jetzt an der Schwelle zum ganz großen Erfolg. Die nahe Zukunft wird beweisen, ob er das Zeug dazu hat etablierte Produktionsmethoden zu verdrängen.

3D-Drucker für alle?
3D-Drucker für alle?